Hebel (Leverage)
Kurz gesagt Mit Hebel (Leverage) handelst du eine Position, die größer ist als dein eigenes Kapital – per Kredit oder Margin. Gewinne und Verluste werden vervielfacht.
Leverage bedeutet, eine Position zu halten, die größer ist als das Kapital, das du einsetzt. Angegeben wird er als Vielfaches: Bei 10x steuern 100 $ eigenes Geld ein Exposure von 1.000 $. Gewinne und Verluste werden auf die volle Positionsgröße berechnet, nicht auf deine Einlage. Bei Margin-Konten und Lending-Protokollen läuft das über einen echten Kredit, während die Börse bei Perpetual Futures einfach dein Exposure gegen die hinterlegte Margin verrechnet, ohne dir den restlichen Wert der Position zu leihen.
Du hinterlegst Sicherheiten, meist Margin genannt, und die Plattform legt einen Liquidationspreis fest. Theoretisch verbraucht bei 10x eine Bewegung von 10 % gegen dich die Margin, bei 20x reichen schon 5 %. Diese Werte beschreiben allerdings den reinen Verbrauch der Margin. Wegen Maintenance-Margin-Anforderungen und Gebühren greift die Liquidation meist schon vorher. Je nach Plattform kann eine Liquidation teilweise erfolgen oder einen kleinen Restbetrag übrig lassen, du solltest aber damit rechnen, den Großteil der Margin plus eine Liquidationsgebühr zu verlieren.
Eine gehebelte Position verursacht außerdem laufende Kosten. Margin-Konten berechnen Kreditzinsen. Perpetual Futures nutzen Funding-Zahlungen, die zwischen Longs und Shorts fließen, sodass du sie je nach Funding Rate und deiner Seite des Trades zahlst oder erhältst.
Bei Small-Cap-Tokens ist das besonders wichtig. Sie können sich in einer Stunde um 20 % oder mehr bewegen, und dünne Liquidität erzeugt scharfe Wicks, die durch einen Preis schießen und sofort zurückschnellen. Ein gehebelter Long kann von einem Wick liquidiert werden, der Minuten später wieder dreht, und du bist raus aus einem Trade, der eigentlich richtig gewesen wäre. Zwangsliquidationen erzeugen zusätzlich Verkaufs- oder Kaufdruck, der den Preis weiter treiben und weitere Liquidationen auslösen kann.
Bevor du eine gehebelte Position eröffnest, prüfe den Liquidationspreis und wie weit er vom aktuellen Kurs entfernt ist. Finde heraus, ob die Margin isoliert ist, also nur diese Position gefährdet ist, oder Cross, also die anrechenbaren Sicherheiten in diesem Margin-Konto alle deine Positionen dort absichern. Achte auf Gebühren, Funding- oder Kreditzins und darauf, ob die Liquidation den zuletzt gehandelten Preis oder einen Oracle-Preis nutzt. Typische Fallen sind hohe Hebel auf illiquide Tokens, Nachschießen von Sicherheiten in eine Verlustposition und die Annahme, man könne einen gehebelten Trade wie einen Spot-Kauf einfach aussitzen.




