Perpetual Futures
Kurz gesagt Perpetual Futures sind gehebelte Kontrakte ohne Verfallsdatum, deren Kurs durch regelmäßige Funding-Zahlungen nahe am Spotpreis gehalten wird.
Ein Perpetual Future, kurz Perp, ist ein Derivat, mit dem du auf steigende (long) oder fallende (short) Kurse eines Coins setzen kannst, ohne ihn zu besitzen. Anders als klassische Futures hat er kein Verfallsdatum. Du kannst die Position also halten, solange du genügend Margin hinterlegst. Perps sind auf vielen zentralisierten Börsen und dezentralen Perp-Plattformen das meistgehandelte Produkt.
Damit der Perp-Kurs nahe am Spotpreis bleibt, nutzen Börsen eine Funding Rate. Werden Perps über dem Spotpreis gehandelt, zahlen Longs in festen Abständen an Shorts, häufig alle acht Stunden oder stündlich. Liegt der Kurs darunter, zahlen Shorts an Longs. Du hinterlegst Sicherheiten, die sogenannte Margin, und kannst einen Hebel nutzen. Läuft der Kurs so weit gegen dich, dass deine Margin unter die erforderliche Maintenance Margin fällt, wird die Position liquidiert.
Für Kleinanleger, die Token halten, sind Perps auch dann relevant, wenn sie selbst nie damit handeln. Bekommt ein Coin ein Perp-Listing, können Trader ihn einfach shorten. Wenn sich viele gehebelte Positionen auf einer Seite konzentrieren, können Liquidationskaskaden entstehen, die auch am Spotmarkt ausgeprägte Kerzendochte verursachen. Funding Rates dienen außerdem als Stimmungsindikator: Eine stark positive Funding Rate bedeutet, dass viele Trader gehebelt long positioniert sind.
Die Fallstricke sind Hebel und Kosten. Bei einem 20-fachen Hebel kann eine Kursbewegung von rund 5 % gegen dich die Position auslöschen. Berücksichtigt man die Gebühren, liegt der Liquidationspreis näher am Einstiegskurs, als viele erwarten. Solange die Position offen ist, fallen Funding-Zahlungen an, die bei einem seitwärts laufenden Trade die Margin aufzehren können. Prüfe, ob die Börse Isolated Margin oder Cross Margin verwendet und welchen Referenzpreis sie für Liquidationen heranzieht.




