MEV (Maximal Extractable Value)
Kurz gesagt MEV ist der Gewinn, den Blockproduzenten und Bots durch Umordnen, Einfügen oder Zensieren von Transaktionen erzielen, oft auf Kosten der Trader.
MEV steht für Maximal Extractable Value, ursprünglich Miner Extractable Value. Gemeint ist der zusätzliche Gewinn, der sich erzielen lässt, indem man bestimmt, welche Transaktionen in einen Block kommen und in welcher Reihenfolge. Da die Reihenfolge der Trades beeinflusst, zu welchem Preis sie ausgeführt werden, ist die Kontrolle darüber bares Geld wert.
Die häufigsten Formen sind Arbitrage, Liquidationen und Sandwich-Angriffe. Bei einem Sandwich entdeckt ein Bot deinen ausstehenden Swap im Mempool und kauft direkt vor dir, um den Preis nach oben zu treiben. Dein Trade wird zum schlechteren Preis ausgeführt, danach verkauft der Bot sofort wieder. Deine Slippage-Toleranz bestimmt, wie viel der Bot abschöpfen kann. Auf Ethereum bündeln sogenannte Searcher diese Trades und bezahlen Builder und Validatoren dafür, sie in einen Block aufzunehmen. Auf Solana gibt es eigene Varianten rund um Validator-Clients und Bundle-Auktionen.
Besonders relevant ist MEV beim Handel mit kleinen Tokens mit geringer Liquidität, bei denen schon ein einzelner Kauf den Preis stark bewegt. Eine großzügige Slippage-Toleranz von etwa 20 % oder mehr lädt Bots dazu ein, diesen Spielraum nahezu vollständig auszuschöpfen. Nicht jede Form von MEV schadet Nutzern: Arbitrage gleicht Preise zwischen Pools an, und Liquidationen halten Kreditmärkte zahlungsfähig.
Um dein Risiko zu begrenzen, halte die Slippage-Toleranz so niedrig, wie es der Trade zulässt, und teile große Orders auf. Viele Wallets und DEX-Aggregatoren bieten privates oder geschütztes Transaktionsrouting an, das deinen Swap vom öffentlichen Mempool fernhält. Wird ein Trade zu einem deutlich schlechteren Preis als angezeigt ausgeführt, prüfe den Block Explorer: Ein Kauf und ein Verkauf derselben Adresse unmittelbar vor und nach deinem Trade sind das klassische Anzeichen für einen Sandwich-Angriff.




