APY (Annual Percentage Yield)
Kurz gesagt APY ist die jährliche Rendite inklusive Zinseszinseffekt und setzt reinvestierte Erträge voraus. APR ist der einfache Jahreszins ohne Zinseszins.
APY steht für Annual Percentage Yield und zeigt, welche Rendite eine Einlage über ein Jahr erzielen würde, wenn die Erträge laufend reinvestiert werden. Sie unterscheidet sich von der APR, der Annual Percentage Rate, die den einfachen Jahreszins ohne Zinseszinseffekt angibt. Je häufiger Erträge reinvestiert werden, desto größer ist der Unterschied zwischen den beiden Werten.
Die Formel lautet APY = (1 + APR / n)^n - 1, wobei n angibt, wie oft pro Jahr die Erträge reinvestiert werden. Eine APR von 100 % ergibt bei täglicher Wiederanlage eine APY von rund 171 %. Im Kryptobereich werben Staking-Angebote, Lending-Protokolle, Liquidity Pools und Yield Farms mit APY. Meist handelt es sich dabei um eine Hochrechnung auf Basis der zuletzt ausgezahlten Rewards, nicht um eine feste Zusage.
Für Token-Holder besteht die Falle darin, die APY als sichere Rendite zu verstehen. Bei einer Farm werden Rewards häufig in einem Token ausgezahlt, den das Protokoll laufend neu ausgibt. Wenn die Farmer ihre Rewards verkaufen, fällt dessen Kurs und die tatsächliche Rendite in Dollar schrumpft. Die angezeigte APY kann sich stündlich ändern, wenn Einlagen zu- oder abfließen. Liquidity Provider können durch Impermanent Loss außerdem mehr verlieren, als sie an Gebühren verdienen.
Bei einer vier- oder fünfstelligen APY solltest du fragen, woher die Rendite stammt: aus Handelsgebühren, Kreditzinsen oder Token-Emissionen. Prüfe, in welchem Token die Rewards ausgezahlt werden und ob sie automatisch reinvestiert werden oder manuell abgeholt werden müssen, wobei Gasgebühren anfallen. Achte auch auf Sperrfristen und Auszahlungsgebühren. Rendite ist immer mit Risiken verbunden, und eine ungewöhnlich hohe Zahl signalisiert meist ein ungewöhnlich hohes Risiko.




